
Über die Autorin
Karin Rauner, Jahrgang 1957, lebt mit ihrem Mann in der Nähe von München. Ihr Lebensweg ist geprägt von Neugierde und dem ständigen Drang, sich weiterzuentwickeln. Nach einer Ausbildung zur Pflegefachkraft studierte sie Politikwissenschaft und durchlief im Laufe ihrer Karriere zahlreiche spannende Stationen: Ihre berufliche Reise führte sie von der Arbeit in einer Klinik über die Leitung eines Altenheims und Erfahrungen in einem Ministerium bis hin in die Pharmaindustrie.
Literatur und Sprache begleiten sie schon ihr ganzes Leben. Mit „Kein Vaterland in mir“ hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht; mittlerweile arbeitet sie bereits intensiv an ihrem nächsten Manuskript.
Wenn sie nicht am Schreibtisch sitzt, gilt ihr Interesse dem Sport, der Politik, Geschichte und dem Reisen – besonders zieht es sie dabei in die Berge oder auf den indischen Subkontinent. Auf insgesamt siebzehn Reisen nach Indien und Nepal hat sie dort Freunde gefunden und tiefe Einblicke in deren Lebenswelten, Wünsche und Träume gewonnen.
„Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke."
Susan Sontag
" Warum ich schreibe"
Durch das Schreiben sortiere ich mein Gedankenkarussell und aktiviere meine Fantasie. Meine eigene Perspektive auf die Welt verstehe ich oft erst im Moment des Formulierens.
Unsere Gegenwart ist beunruhigend; in meinem Kopfkino rotieren schnell Dramen und Horrorszenarien, die auf mich einwirken. Dem entkomme ich, indem ich eigene Welten gestalte, Figuren forme und Schicksale lenke. Gute Geschichten sollen zum Nachdenken anregen und Wahrheiten aussprechen. Sie wecken Empathie und Einfühlungsvermögen: Abstrakte Fakten werden durch fiktive Charaktere, Schicksale, Schauplätze und Szenen plötzlich lebendig und nahbar. Wer solche Geschichten liest, blickt durch eine völlig neue Brille auf die Welt.
In der Autofiktion entwerfe ich gleichzeitig ein Bild von mir selbst. Ich betrachte mich mit einem Blick von außen – distanziert und doch so präzise wie durch eine Lupe. Es ist meine Art, mit mir selbst und meinen Leserinnen und Lesern zu kommunizieren.
Schreiben bedeutet für mich, ein Kunstwerk aus Sprache zu erschaffen. Ich baue Erzählungen, die im Kopf der Lesenden kraftvolle Bilder erzeugen.

„Wir sind immer in Geschichten. Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“
Daniel Kehlmann